Der nächste Kulturstammtisch findet am:

Mittwoch, 25.05. – 20.00h, im Kapplerbräu statt.

Thema: "Paschkalini" oder die Wurzeln des Kneißl ein Stück Hinterland

Der KfK konnte den bekannten Autor und Regisseur:

Wolfgang Henkel

zu diesem Kulturstammtisch einladen.

Die Wurzeln des Räuber Kneißl

Am 4. Dezember 1871 wurde Johann Baptist Pascolini bei einem Einbruchsversuch in Hohenried bei Altomünster angeschossen und anschließend schwer verletzt nach Altomünster in das dortige Krankenhaus gebracht. Hier verstarb er am 6. Dezember. Am 7. Dezember wurde er in Altomünster auf dem alten Friedhof neben der Loretokapelle beerdigt. In einem Artikel von Alto Gruner aus dem Jahre 1961 heißt es dazu: „Selten hatte Altomünster eine so ‚große Leich’ gesehen, wie damals. Stundenweit waren die Leute herbeigelaufen ....“ und weiter „ ..der alte Maurer Johann Haider, der bei der Beerdigung als ‚Kreuzlbub’ dabei war, hat in seinen alten Tagen oft noch erzählt von der schönen ‚Leichenred’....“  Auch das Grab beschreibt Gruner: „In der Nordwestecke des alten Friedhofes, in der Nähe des 1930 errichteten Glockenturmes, stand noch um die Jahrhundertwende ein windschiefes Eisenkreuz, auf dessen verwittertem Täfelchen man noch mühsam den Namen Johann Pascolini entziffern konnte. Heute deutet keine Inschrift und keine Spur mehr an, wo der berüchtigte Räuber seine letzte Ruhestätte gefunden hat.“

Der berüchtigte und gefürchtete Räuber Johann Pascolini, im Volksmund „da Paschkalini“ genannt, fand also in Altomünster sein unrühmliches und jähes Ende. Wer ihn damals auf der Flucht nahe an der Bezirksgrenze zwischen Altomünster und Pipinsried angeschossen hat, ist bis heute nicht bekannt. Obwohl bei Bewusstsein, hat Pascolini den Namen des Schützen nicht preisgegeben.

Ältere und mit der Heimatgeschichte befasste Bürger kennen noch die alten Geschichten über den „Paschkalini“ und vor allem seiner nachkommenden Verwandtschaft. Diese wird vielen schon eher bekannt sein, war doch sein Neffe der berühmt-berüchtigte Räuber Kneißl. Der Kneißl hat jedoch seinen Onkel nicht mehr erlebt, da er erst vier Jahre nach seinem Tod zur Welt kam.

1831 kam Johann Pascolini als uneheliches Kind von Klara und Alois Pascolini in Unterweikertshofen zur Welt. Früh auf die schiefe Bahn geraten, verbreitete er Angst und Schrecken, in der Gegend zwischen Bruck und Dachau. Er wurde dreimal verurteilt, brach achtmal aus diversen Zuchthäusern aus und saß bis zu seinem letzen Ausbruch, vier Monate vor seinem Tod, insgesamt 18 Jahre im Gefängnis. Auch seine Schwester Therese, als Nesthäkchen 1848 geboren, hatte es faustdick hinter den Ohren. Schließlich heiratete sie 1868 den Mesnersohn Mathias Kneißl aus Randelsried. Gerüchte sprechen auch heute noch davon, dass der Kneißl sen. seinen Schwager auf dem Gewissen hat. Wahrscheinlicher ist schon eher, dass sein Kumpan, der in Hohenried dabei war, ihn auf der Flucht versehentlich oder absichtlich, angeschossen hat.

In dieses Milieu hineingeboren wurde 1875 der Hias.

Neun Jahre nach dem die Theatergruppe den „Räuber Kneißl“ 2002 so trefflich zum Leben erweckte, befassen wir uns erneut mit der räuberischen Vergangenheit der hiesigen Gegend. Unter dem Titel „Die Wurzeln des Kneißl“ werden wir eintauchen in eine längst vergangene Zeit des Dachauer Hinterlandes. Freuen Sie sich also auf das Erstlingswerk von Regisseur Wolfgang Henkel und der damit verbundenen Welturaufführung von

Weltpremiere des Freilichttheater ist am 24. Juni 2011 um 20:00h Uhr am Freigelände neben dem Kapplerbräusaal.

Weitere Aufführungstermine sind:

25./ 26. Juni sowie1. /3. /8. /9. /10. Juli jeweils um 20:00h.

Der Einlass ist ab 18:30h.

Ersatztermine für abgesagte Vorstellungen sind 15./ 16. / 17. Juli. Eintrittskarten zu 12 Euro gibt es ab 28. Mai im Infobüro der Gemeinde, Marktplatz 7, Fr. Astrid Kühne, Tel. 08254 / 99 97 44 oder per Mail unter infobuero@altomuenster.de. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage

www.theatergruppe-altomuenster.de.